Artikel Nr. 1934

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Kategorie: AllesBücher & ZeitschriftenBelletristik

J. Lejb Perez, Geschichten am Sabbat. TB Τ

Fischer 1964, 179 S.

Papierränder leicht gilbig

Anders als der Großteil des westlichen Judentums hat das östliche nicht nur seine Eigenart bewahrt, sondern auch in Jiddisch eine Literatur von Rang hervorgebracht. Ihre Bedeutung steht heute außer Zweifel. Perez schildert in seinen Erzählungen dass alltägliche Leben einfacher Ostjuden und offenbart eine Welt voll Poesie und fremdartiger Schönheit, die an Chagall gemahnt. Der so anspruchslos erscheinende Schauplatz in Galizien weitet sich zum Kosmos; der Ausdruckskraft dieser Bilder kann man sich schwerlich entziehen. Ironie, die Freude am Fabulieren und eine unmittelbare, lebendige, gelegentlich biblisch gefärbte Sprache kennzeichnen die persönliche Handschrift des Dichters. Sein Humor ist gütig, sein Witz fein und nicht ohne Melancholie. Den aufmerksamen Leser wird überdies die nicht nur äußerliche Beziehung zu Welt und Wirklichkeit von Franz Kafka faszinieren.
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